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Als Fohlen oder Füllen bezeichnet man Jungtiere der Familie Einhufer und der Kamele.
Meist sind mit dem Begriff Fohlen junge Pferde gemeint auf die sich daher die nachfolgenden Informationen auch beziehen.
In Norddeutschland werden einjährige Fohlen oder Kälber auch Enter genannt.
Die Tragezeit der Pferdestute beträgt in der Regel 315 bis 340 Tage. In der Pferdezucht richtet man der Stute für die Geburt eine Abfohlbox ein, die sie schon einige Wochen vor dem Geburtstermin bewohnt. Das Fohlen wird meistens nachts geboren, die Geburt dauert etwa eine halbe Stunde. Das Neugeborene wiegt 30 bis 60 Kilogramm und ist je nach Rasse zwischen 75 und 145 cm groß. Minishetty-Fohlen sind teilweise sogar nur 39 cm klein.
Nach der Geburt liegen Stute und Fohlen noch eine Zeitlang auf dem Boden, in dieser Zeit wird noch Blut über die Plazenta in das Fohlen übertragen. Spätestens, wenn die Mutterstute schließlich (nach ca. 2 Stunden) aufsteht, um das Neugeborene abzulecken, reißt die Nabelschnur. Auch das Fohlen steht nach 2 Stunden das erste Mal auf eigenen, wackeligen Beinen.
Ein Hengstfohlen ist mit ca. 12 Monaten geschlechtsreif; eine Stute wird erst mit zwei Jahren zum ersten Mal rossig, d.h. paarungsbereit. Es wird jedoch empfohlen, mit dem ersten Decken mindestens bis zum 3. Lebensjahr zu warten, wenn das Tier weitgehend ausgewachsen ist, um die Wirbelsäule nicht zu schädigen. Um eine ungewollte Trächtigkeit der jungen Stuten zu vermeiden, ist es daher wichtig, die Hengst- und Stutfohlen nach dem Absetzen getrennt aufzuziehen.
Ist das Fohlen als späteres Reitpferd, Kutschenpferd oder Arbeitstier gedacht, ist es wichtig, es von der Geburt an an Menschen zu gewöhnen, und es geduldig und liebevoll, aber konsequent zu erziehen. Dabei gibt es zwei Erziehungs-Schulen: die klassische Erziehung und das so genannte Imprinting.
Diese Art der Erziehung beginnt meist ein bis zwei Tage nach der Geburt des Fohlens. Dabei soll das junge Pferd langsam an den Menschen gewöhnt werden. Anfangs geht es vor allem darum, dass es den Menschen auf sich zukommen und sich berühren lässt. Wenn es sich an den Menschen gewöhnt hat, ist der nächste Schritt, dem Fohlen ein Halfter anzulegen und mit den Führübungen zu beginnen. Reagiert das Fohlen gut auf Halfter und Führstrick, kann auch mit Übungen wie Hufe geben begonnen werden. Die oben genannten Übungen sind besonders dann wichtig, wenn das Fohlen einen Tierarzt oder Hufschmied braucht.
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